Rhein.-Westf.

Ökumenischer Konvent 2017 in Altenberg

Die Evangelische Michaelsbruderschaft verbindet nicht nur Konfessionen, sondern auch Nationen – neben Schweizern, Österreichern, Franzosen und Italienern gehören auch Brüder aus Island dazu. Besonders erfreulich, wenn die fernen Brüder den Weg nach Deutschland finden, so wie nun Bischof Kristian Ingolfsson. Der lutherische Geistliche war Ehrengast des diesjährigen ökumenischen Konvents in Altenberg.

Der Tageskonvent begann mit einer Messe im Dom, in der Br. Kräuter über das Weizenkorn predigte, das sterben muss, um Frucht zu bringen und Leben zu schaffen. Nach dem anschließenden Frühstück und einem geschlossenen Konvent feierten die etwa 40 Gäste und Brüder das Mittagsgebet in der Markuskapelle – als Zeichen der Verbundenheit übernahm wieder Monsignore Börsch die Lesung.

Am Nachmittag stand dann der Vortrag Br. Ingolfssons auf dem Programm, zu dem auch Gemeindeglieder aus Altenberg eingeladen waren. Der Bischof schilderte mit zahlreichen Anekdoten, wie aus einem eher undogmatischen katholischen Land (Rom war weit…) langsam ein durch die lutherische Reformation geprägter Staat entstand, in dem noch viele katholische Traditionen lebendig sind, so etwa in der Liturgie.

Die aktuelle Situation der Kirche dort sei geprägt vom Rückgang der Gläubigen, der Neuorientierung nach dem Verlust des Status als Staatskirche und dem großen Zulauf von Touristen in die städtischen Gottesdienste (es werden bald zwei Millionen Touristen pro Jahr erwartet, das Land hat 340 000 Einwohner). Die Fragen der etwa 80 Zuhörer reichten vom musikalischen Leben über die Frauenordination (die in Island ohne irgendwelche Diskussionen eingeführt wurde) bis zum Verhältnis zum „traditionellen“ Glauben an Riesen und Elfen. Hier konnte der Bischof auf freundlich-ironische Art schnell Klarheit schaffen: „Das ist eine Erfindung für Touristen und hat mit unserer Kultur nicht viel zu tun.“

Gegen 16 Uhr endete ein ebenso feierlicher wie inhaltsreicher Konvent – mit Dank an unseren isländischen Mitbruder und die Altenberger Gemeinde.

Br. Benjamin Härte