Die Sonntage

Meditation und Gebete zum 2. Sonntag nach Ostern von Pfr. Peter Brischke

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Miserikordias Domini – die Barmherzigkeit des Herrn

Christus spricht:
Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir, und ich gebe ihnen das ewige Leben.“

Wochenspruch aus Johannes, Kapitel 10, Vers 11 + 27 + 28

 

 

 

Psalm 23

Ein Psalm Davids. Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.

Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.

Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.

Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück;

denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.

Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde

Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.

Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang,

und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.

 

Gebet

Du, Ewiger,

ich lobe Deine Barmherzigkeit.

Ein großes Herz hast Du für mich,

groß genug für mich, darin zu wohnen.

Ich will Heimat suchen bei Dir

und mich einhüllen in Dein Erbarmen.

Nimm mich auf mit all meiner Fehlerhaftigkeit und Schuld.

Nimm mein ängstliches Herz auf.

Nimm es auf in die Stille Deiner Gegenwart.

 

Du, Ewiger,

ich lobe Deine Liebe.

Wie ein guter Hirte suchst Du mich,

wenn ich mich wieder einmal verloren habe,

orientierungslos im Irrgarten meiner Gefühle,

verwirrt von den Bedrohungen meiner so verlorenen Welt,

Leite mich mit Deiner Wahrheit,

und führe mich wieder zu Dir.

Nimm mich auf in die Weite Deiner Liebe.

 

Du, Ewiger,

ich lobe Deine heilsame Gegenwart.

Wenn Krankheit und Schmerz

meinen Körper und meine Seele bedrohen,

dann hältst Du Deine Hand über mich.

Lass mich geborgen sein in Deiner gütigen Hand.

Nimm mich auf in die Ruhe Deines Jetzt.

Du, der Du einfach da bist,

lass mich sein in Dir – wie Du in mir.

Du, Hirte meines Lebens.

 

Wochenlied Evangelisches Gesangbuch Nr. 274

 1 Der Herr ist mein getreuer Hirt, hält mich in seiner Hute,

darin mir gar nicht mangeln wird jemals an einem Gute.

Er weidet mich ohn Unterlass, da aufwächst das wohlschmeckend Gras

seines heilsamen Wortes.

 

2 Zum reinen Wasser er mich weist, das mich erquickt so gute,

das ist sein werter Heilger Geist, der mich macht wohlgemute;

er führet mich auf rechter Straß in seim Gebot ohn Unterlass

um seines Namens willen.

 

3 Ob ich wandert im finstern Tal, fürcht ich doch kein Unglücke

in Leid, Verfolgung und Trübsal, in dieser Welte Tücke:

denn du bist bei mir stetiglich, dein Stab und Stecken trösten mich,

auf dein Wort ich mich lasse.

 

4 Du b’reitest vor mir einen Tisch vor mein‘ Feind‘ allenthalben,

machst mein Herz unverzaget frisch; mein Haupt tust du mir salben

mit deinem Geist, der Freuden Öl, und schenkest voll ein meiner Seel

deiner geistlichen Freuden.

 

5 Gutes und viel Barmherzigkeit folgen mir nach im Leben,

und ich werd bleiben allezeit im Haus des Herren eben

auf Erd in der christlichen G’mein, und nach dem Tode werd ich sein

bei Christus, meinem Herren.

 

 

Fürbitten

Du wartest nicht, Ewiger, bis wir uns an Dich wenden,

sondern siehst uns, wer wir sind,

und welche Wege und Irrwege wir gerade stolpernd gehen.

 

Du wartest nicht, Liebender, bis wir bereit sind für Dich,

sondern Du hast das Sehnen nach Dir in unsere Herzen gelegt

– und wie reich beschenkt werden wir, wenn wir Deinem Sehnen folgen.

 

Wir danken Dir, dass Du versprochen hast, unser guter Hirte zu sein.

Du suchst uns, wenn wir verloren sind.

Dein Herz findet uns, wenn wir in Not und Angst sind.

So bitten wir Dich: Suche und finde mit Deiner Fürsorge und Hilfe

alle Verlorenen und Angefochtenen in diesen schweren Zeiten:

 

Wir bitten für die am Corona-Virus Erkrankten,

für die, die um ihr Leben kämpfen müssen,

für die, die sich medizinisch und pflegerisch um Kranke und Alte kümmern.

Wir beten für die Menschen, die krank werden in Ländern,

deren Gesundheitssysteme nur schwach sind,

wo Armut, Flucht und Verfolgung die Überlebenschancen noch geringer machen.

 

Wir bitten für die, die sich Sorgen machen um ihren Arbeitsplatz und ihre Existenz.

Für die, die in Schlüsselpositionen zur Versorgung für unsere Gesellschaft arbeiten,

die unter schweren Bedingungen oft bis zur Erschöpfung durchhalten.

 

Wir bitten für die, die nun ihre Angst und Ohnmacht spüren.

Für die, die nun isoliert oder in Quarantäne sind und sich einsam fühlen.

Für die, denen es schwerfällt, zu Hause zu sein,

denen Kontakte, Zuwendung und manchmal auch Sinn fehlt.

 

Gott, Du guter Hirte,

begleite uns auf allen unseren Wegen.

Auf Deine Fürsorge, Deine Liebe und Barmherzigkeit

wollen wir vertrauen jetzt und allezeit.

 

 

Vater unser im Himmel,

geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen

 

Es segne und behüte uns

Gott der Allmächtige und Barmherzige,

Vater, Sohn und Heiliger Geist.

Amen

 

 

 

Meditation und Gebete zum 2. Sonntag nach Ostern von Pfr. Peter Brischke