Hausgebet für den Sonntag Estomihi

Ich entzünde eine Kerze und werde still.

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes

und des Heiligen Geistes. Amen.

 

Gemeinsam feiern wir Gottesdienst

zuhause an unseren Tischen und versammelt in der Kirche. Wir bitten:

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus Und die Liebe Gottes

Und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen.

Amen.

 

Lied: Liebster Jesu, wir sind hier (EG 161)

Text: Tobias Clausnitzer 1663; Melodie: Johann Rudolf Ahle 1664, bei Wolfgang Carl Briegel 1687 

1.Liebster Jesu, wir sind hier, / dich und dein Wort anzu- hören; / lenke Sinnen und Begier / auf die süßen Him- melslehren, / dass die Herzen von der Erden / ganz zu dir gezogen werden.
2.Unser Wissen und Verstand / ist mit Finsternis verhül- let, / wo nicht deines Geistes Hand / uns mit hellem Licht erfüllet; / Gutes denken, tun und dichten / musst du selbst in uns verrichten.
3.O du Glanz der Herrlichkeit, / Licht vom Licht, aus Gott geboren: / mach uns allesamt bereit, / öffne Herzen, Mund und Ohren; / unser Bitten, Flehn und Singen / lass, Herr Jesu, wohl gelingen.

 

Wochenspruch

Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles voll- endet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn.

(Lukas 18, 31)

 

Psalm 31

Herr, auf dich traue ich,

lass mich nimmermehr zuschanden werden, errette mich durch deine Gerechtigkeit!

Neige deine Ohren zu mir, hilf mir eilends!

Sei mir ein starker Fels und eine Burg, dass du mir hel- fest!

Denn du bist mein Fels und meine Burg,

und um deines Namens willen wollest du mich leiten und führen.

Du wollest mich aus dem Netze ziehen, das sie mir heimlich stellten;

denn du bist meine Stärke.

In deine Hände befehle ich meinen Geist; du hast mich erlöst, Herr, du treuer Gott.

Ich freue mich und bin fröhlich über deine Güte, dass du mein Elend ansiehst

und kennst die Not meiner Seele

und übergibst mich nicht in die Hände des Feindes; du stellst meine Füße auf weiten Raum.

Ich aber, Herr, hoffe auf dich und spreche: Du bist mein Gott!

Meine Zeit steht in deinen Händen.

Errette mich von der Hand meiner Feinde und von denen, die mich verfolgen.

Lass leuchten dein Antlitz über deinem Knecht; hilf mir durch deine Güte!

Ich sprach wohl in meinem Zagen: Ich bin von deinen Augen verstoßen.

Doch du hörtest die Stimme meines Flehens, als ich zu dir schrie.

Seid getrost und unverzagt alle, die ihr des Herrn harret!

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist. Wie es war im Anfang so auch jetzt und alle Zeit und in Ewig- keit. Amen

 

Kyrie

Grüßen wir den Herrn in unserer Mitte.

Herr Jesus Christus, Du bist den Weg der Liebe gegangen bis ans Kreuz. Du rufst uns, Dir zu folgen; — wir beten Dich an:

Kyrie eleison

Vor dem Leiden bist Du nicht zurückgewichen. In allem Schweren stehst Du uns zur Seite; — wir beten Dich an:

Christe eleison

Du hast Dich hingegeben für das Leben und das Heil der Welt und rufst uns in Deinen Dienst; — wir beten Dich an:

Kyrie eleison

 

Tagesgebet

Lasst uns still werden vor Gott, der alle unsere Wege prüft

– Stille –

Ewiger, unser Gott. Du hast deinen Sohn den Weg nach Jeru- salem gehen lassen bis in Leiden und Tod hinein. Doch so of- fenbarst du der Welt deine Liebe. Wir bitten dich: Mach uns ganz frei, dass wir deine Wege erkennen und sie selbst zu ge- hen wagen, entzündet von der Liebe, die uns alles nehmen und geben lässt, durch ihn Christus, unsern Bruder und Herrn.

 

Predigttext

1Rufe laut, halte nicht an dich! Erhebe deine Stimme wie eine Posaune und verkündige meinem Volk seine Abtrünnigkeit und dem Hause Jakob seine Sünden! 2Sie suchen mich täglich und wollen gerne meine Wege wissen, als wären sie ein Volk, das die Gerechtigkeit schon getan und das Recht seines Got- tes nicht verlassen hätte. Sie fordern von mir Recht, sie wol- len, dass Gott ihnen nahe sei. 3»Warum fasten wir und du siehst es nicht an? Warum kasteien wir unseren Leib und du willst’s nicht wissen?«

Siehe, an dem Tag, da ihr fastet, geht ihr doch euren Geschäf- ten nach und bedrückt alle eure Arbeiter. 4Siehe, wenn ihr fas- tet, hadert und zankt ihr und schlagt mit gottloser Faust drein. Ihr sollt nicht so fasten, wie ihr jetzt tut, wenn eure Stimme in der Höhe gehört werden soll. 5Soll das ein Fasten sein, an dem ich Gefallen habe, ein Tag, an dem man sich kasteit oder sei- nen Kopf hängen lässt wie Schilf und in Sack und Asche sich bettet? Wollt ihr das ein Fasten nennen und einen Tag, an dem der Herr Wohlgefallen hat?

6Ist nicht das ein Fasten, an dem ich Gefallen habe: Lass los, die du mit Unrecht gebunden hast, lass ledig, auf die du das Joch gelegt hast! Gib frei, die du bedrückst, reiß jedes Joch weg! 7Heißt das nicht: Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus! Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut! 8Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte, und deine Heilung wird schnell voranschreiten, und deine Gerechtigkeit wird vor dir hergehen, und die Herr- lichkeit des Herrn wird deinen Zug beschließen. 9Dann wirst du rufen und der Herr wird dir antworten. Wenn du schreist, wird er sagen: Siehe, hier bin ich.

(Jesaja 58, 1-9a)

 

Hallelujavers

Halleluja.

Ich freue mich und bin fröhlich über deine Güte, dass du mein Elend ansiehst

und kennst die Not meiner Seele. Halleluja.

 

Lied: Liebe, die du mich zum Bilde (EG 401)

Text: Johann Scheffler 1657; Str. 4 Frankfurt/Main 1695; Melodie: Komm, o komm, du Geist des Lebens (Nr. 134) 

1.Liebe, die du mich zum Bilde / deiner Gottheit hast gemacht, / Liebe, die du mich so milde / nach dem Fall hast wiederbracht: / Liebe, dir ergeb ich mich, / dein zu bleiben ewiglich.
2.Liebe, die du mich erkoren, / eh ich noch geschaffen war, / Liebe, die du Mensch geboren / und mir gleich wardst ganz und gar: / Liebe, dir ergeb ich mich, / dein zu bleiben ewiglich.
3.Liebe, die für mich gelitten / und gestorben in der Zeit, / Liebe, die mir hat erstritten / ewge Lust und Seligkeit: / Liebe, dir ergeb ich mich, / dein zu bleiben ewiglich.
4.Liebe, die du Kraft und Leben, / Licht und Wahrheit, Geist und Wort, / Liebe, die sich ganz ergeben / mir zum Heil und Seelenhort: / Liebe, dir ergeb ich mich,

/ dein zu bleiben ewiglich.

 

Meditieren  Sie  für  sich  oder  gemeinsam  die  gehörten Worte.

Lesen Sie sich die Worte noch einmal laut vor, die Sie heute besonders berühren.

Lesen Sie dazu vielleicht zuvor das Evangelium noch einmal insgesamt laut vor.

Hören Sie den Worten im Schweigen nach.

 

Teilen Sie miteinander oder schreiben Sie für sich auf, was dieses Wort bei Ihnen heute auslöst und für Sie heute so wichtig ist.

Überlegen Sie, was das daraus für Ihr Handeln und Ihren Alltag folgt.

 

Gedanken und Denkanstöße

Der Prophet waltet seines Amtes: Er sagt den Menschen, wo es lang geht. Schmerzhaft laut und deutlich. Unbequem ist der Prophet. Nervig. Gefährlich – und gefährdet durch seine Bot- schaft.

– Wörtlich übersetzt sind Propheten Menschen, die et- was „gerade heraus“ sagen. Kennen Sie solche Men- schen? Wie reagieren Sie auf Personen, die (privat oder öffentlich) unbequeme Wahrheiten aussprechen?

Dabei geben sich die Leute doch so viel Mühe, um auf Gottes Weg zu gehen. Sie halten die Gesetze ein und quälen sich so- gar noch mehr als nötig, damit sie es Gott recht machen. Es liegt also offenbar nicht am ob, sondern am wie der Bemü- hungen.

Der Prophet macht klar: Es geht um den Geist der Gesetze, um das, was wir tatsächlich füreinander tun, im Alltag – und das ist schon anstrengend genug. Dieser Weg kostet Überwin- dung, Mühe, Geld. Und man macht sich im Zweifel unbeliebt oder lächerlich. Denn die Masse wandern oft anderswo ent- lang, auf bequemeren Pfaden.

Wir stehen heute vor dem Beginn der Passionszeit: Jesus geht den Weg, den der Prophet (und viele andere vor und nach ihm) in Gottes Namen gewiesen hat. Er geht den Weg der Liebe – ganz egal, was die Konsequenzen sind. Dass er für diese Liebe zu den Menschen von den Menschen getötet wird ist schon absehbar. Aber noch nicht das Ende dieses Liebes- weges!

Was motiviert Sie zu Liebestaten im Alltag? Oder an- ders gefragt: Was motiviert Sie zur Nachfolge Jesu?

Woher nimmt Jesus den Mut und die Kraft, diesen Weg zu ge- hen? „Estomihi“ heißt dieser Sonntag, nach dem Wort aus Psalm 31 „Sei mir ein starker Fels“. Jesus, der Gesalbte Gottes, ruht nicht in sich selbst, er ist nicht getrieben von Angst vor Strafe oder einem Helfersyndrom oder schlechtem Gewissen. All das würde nicht tragen. Tragfähig allein ist Gott. Auf die- sem Felsen gründet Jesus, von ihm aus kann er handeln – glaubwürdig und vollmächtig. So glaubwürdig, dass auch wir es immer wieder schaffen, diesen Felsengrund zu spüren. Angst und Scham und Egoismus zu überwinden und den Weg der Liebe ein Stück zu wagen. Taten zu vollbringen, die wir al- lein nicht schaffen könnten.

 

Lesen Sie nun nochmals Psalm 31

 

Apostolisches Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott,

den Vater, den Allmächtigen,

den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,

seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria,

gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes,

am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel;

er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen,

zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden,

Auferstehung der Toten und das ewige Leben.

Amen.

 

Lied: In dir ist Freude (EG 398)

Text: Cyriakus Schneegaß 1598; Melodie und Satz: Giovanni Giacomo Gastoldi 1591; geistlich Erfurt 1598 

1.In dir ist Freude in allem Leide, / o du süßer Jesu Christ! / Durch dich wir haben himmlische Gaben, / du der wahre Heiland bist; / hilfest von Schanden, rettest von Banden. / Wer dir vertrauet, hat wohl gebauet, / wird ewig bleiben. Halleluja. / Zu deiner Güte steht un- ser G’müte, / an dir wir kleben im Tod und Leben; / nichts kann uns scheiden. Halleluja.
2.Wenn wir dich haben, kann uns nicht schaden / Teu- fel, Welt, Sünd oder Tod; / du hast’s in Händen, kannst alles wenden, / wie nur heißen mag die Not. / Drum wir dich ehren, dein Lob vermehren / mit hellem Schalle, freuen uns alle / zu dieser Stunde. Halleluja. / Wir jubilieren und triumphieren, / lieben und loben dein Macht dort droben / mit Herz und Munde. Halle- luja.

 

 

Fürbittengebet

(Der Ruf zwischen den einzelnen  Gebeten  kann  auch  nach EG 608 gesungen werden)

Gott, du Ursprung unserer Wege. Wir beten zu dir, dass wir be- reit und fähig werden, zu hören und in der Gemeinschaft mit Christus zu wachsen. Durchdringe uns mit dem Geist seiner Liebe, dass wir zur Demut finden. lass uns offen werden für das, was gerecht ist. Mach uns treu und zuverlässig und weit- herzig. Wir rufen dich an:

Erleuchte und bewege uns, leite und begleite uns.

Gott, du Kraft unserer Wege. Wir beten zu dir, dass unsere Ge- danken und Wünsche uns nicht trennen von denen, die Liebe nötig haben und ein gutes Wort erhoffen. Wir bitten für die Kir- chen und Gemeinden mit allen, die in ihnen Verantwortung tragen, dass sie willens sind, Jesus zu folgen und ohne Anma- ßung sein Werk fortzuführen. Wir rufen dich an:

Erleuchte und bewege uns, leite und begleite uns.

Gott, du Richtung unserer Wege. Wir beten zu dir für alle, die im öffentlichen Leben beraten und entscheiden; dass sie dich ehren in ihren Absichten; dass sie dem Leben dienen für jetzt und in Zukunft; dass sie den Gefährdungen für unsere Welt entgegentreten. Wir rufen dich an:

Erleuchte und bewege uns, leite und begleite uns.

Gott, du Ziel unserer Wege. Wir beten zu dir für alle, die mit ihren Möglichkeiten an ein Ende gekommen sind; für alle, die alt oder kraftlos wurden; für alle, die sich einsam und verlas- sen sehen. lass sich ihre Tage erfüllen mit Stille und Geborgen- heit, dass Hast, Furcht und Unfrieden überwunden werden durch deine Nähe. Wir rufen dich an:

 

Vaterunser

Vater unser im Himmel Geheiligt werde dein Name, dein Reich komme,

dein Wille geschehe

wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute Und vergib uns unsere Schuld

Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung

Sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich

und die Kraft und die Herrlichkeit In Ewigkeit. Amen.

 

Lied: Herr, wir bitten: Komm und segne uns (EG 607)

Text, Melodie und Satz: Peter Strauch 1978

R.Herr, wir bitten: Komm und segne uns; / lege auf uns deinen Frieden. / Segnend halte Hände über uns. / Rühr uns an mit deiner Kraft.
1.In die Nacht der Welt hast du uns gestellt, / deine Freude auszubreiten. / In der Traurigkeit, mitten in dem Leid / lass uns deine Boten sein. / Herr, wir bit- ten…
2.In die Schuld der Welt hast du uns gestellt, / um ver- gebend zu ertragen, / dass man uns verlacht, uns zu Feinden macht, / dich und deine Kraft verneint. / Herr, wir bitten…
3.In den Streit der Welt hast du uns gestellt, / deinen Frieden zu verkünden, / der nur dort beginnt, wo man, wie ein Kind, / deinem Wort Vertrauen schenkt. / Herr, wir bitten…
4.In das Leid der Welt hast du uns gestellt, / deine Liebe zu bezeugen. / Lass uns Gutes tun und nicht eher ruhn, / bis wir dich im Lichte sehn. / Herr, wir bitten…

 

 

Segen

Gott segne und behüte uns

Er lasse sein Angesicht leuchten über uns Und sei uns gnädig.

Er erhebe sein Angesicht auf uns Und schenke uns Frieden.

So segne und behüte uns

Der gnädige und barmherzige Gott.

Der Vater + der Sohn + und der Heilige Geist + Amen

Pfarrer Dr. Benjamin Härte

 

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